Die (Demo-) CD für Fans

Montag, 5. Juli 2010

Die ersten Songs sind geschrieben und ein paar Auftritte gespielt. Nun wird es langsam interessant, denn wenn ihr gut seid, bildet sich ein zunächst kleiner, dann aber wachsender Fankreis. Und was wollen Fans außer vielleicht T-Shirts? Richtig: Musik! Es bietet sich irgendwann an, noch vor der Veröffentlichung auf einem Label eine eigene CD in Eigenregie zu produzieren und bei den Auftritten zu verkaufen.

Rein wirtschaftlich lohnt sich eine CD immer dann, wenn die Auflage verkauft werden kann. Zieht man Presskosten und Studiokosten von drei bis vier Tagen in „normaler“ Höhe ab, sollte bei einem marktüblichen Verkaufspreis ordentlich Geld übrig bleiben, um Plakatkosten oder andere Ausgaben begleichen zu können. Viele unerfahrene Bands machen aber den Fehler, gleich 1.000 oder 2.000 CDs pressen zu lassen. Besser ist es, mit einer gerade noch preislich abbildbaren Auflage zu kalkulieren. Besser ihr verkauft 400 CDs und müsst nachpressen, als auf zwei Dritteln der produzierten 1.000 CDs sitzen zu bleiben.

Auch wenn es reizt, CDs einfach mit Übungsraumaufnahmen zu bestücken und mit einem PC zu brennen, ist davon nachdrücklich abzuraten. Eine CD, die an Fans verkauft werden soll, muss ein Mindestmaß an Professionalität erkennen lassen. Nicht nur, weil es um euren Ruf geht, sondern weil die Fans einen anständigen Tonträger in der Hand haben wollen. Und alle anderen Bands schaffen das eben auch … Also, sucht euch in eurer Region oder im Internet ein günstiges Presswerk oder einen entsprechenden Dienstleister, der das für euch abwickelt. Häufig kann auch euer Produzent weiterhelfen. Auch das Booklet sollte anständig gestaltet sein, aber das ist ein anderes Thema.

Rechtliches

Mit guten Aufnahmen könnt ihr euren Fankreis erweitern. Die CDs laufen zuhause oder auf Partys, mehr Leute werden auf euch aufmerksam und durch den Abverkauf bekommt ihr nicht nur die Kosten rein, sondern macht Gewinn. Allerdings gibt es zwei Fallstricke, auf die ihr achten müsst. Urheberrecht und GEMA.

Beim Urheberrecht geht es nicht um eure Songs, sondern um Coverversionen oder Bearbeitungen von Songs. Bevor ihr Coverversionen aufnehmt, müsst ihr die Urheber um Erlaubnis bitten. Da ihr nicht bei Verstorbenen anrufen könnt oder mal eben Mick Jagger oder Bono von U2 an die Strippe bekommt, gibt es dafür Musikverlage, die die Verlagsrechte halten und Bearbeitungen und Genehmigungen erlauben bzw. geben. Wenn ihr Coverversionen ohne Genehmigung aufnehmt, verstoßt ihr gegen geltendes Recht. Der Ärger ist eigentlich immer größer als der mögliche Erfolg.

Bei der GEMA können CDs als Demo-CDs angemeldet werden, die nur für Promotionzwecke genutzt werden. Das ist in aller Regel für zumindest ein Teil der Auflage auch richtig. Wenn ihr aber eine CD-Produktion komplett oder in zu geringer Anzahl als „Promotion“ meldet, dann lauft ihr Gefahr, bei einem Verkauf eurer eigenen CD eine satte GEMA-Nachzahlung leisten zu müssen. Hierauf solltet ihr unbedingt achten. Und eine GEMA-Meldung wird automatisch vom Presswerk angestoßen. Hier müsst ihr euch unbedingt über Details bei der GEMA, eurem Produzenten oder dem Presswerk informieren. Sonst wird aus dem Spaß einer eigenen CD ein finanzielles Eigentor.

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