Die Sache mit der Gästeliste

Dienstag, 14. September 2010

Alle Vorarbeiten haben gefruchtet. Es kommt zu einem Auftritt. Ihr seid zwar noch nicht bekannt, aber habt es eben geschafft, ins Vorprogramm einer bekannteren Band zu rutschen oder alleine auf der Bühne stehen zu dürfen. Vielleicht war ja euer Hauptargument, dass ihr viele Freunde oder Bekannte mitbringt. Hier kommt aber ein typisches Problem im Musikbusiness Problem auf euch zu, das zwar  eigentlich keins ist, über das ihr aber vorab nachdenken müsst. Sonst kann es eins werden. Es geht um die Sache mit der Gästeliste.Jeder Veranstalter wird es erlauben, dass eine Band ein paar Namen auf die Gästeliste setzen lässt. Das sind dann Zuschauer, die keinen Eintritt bezahlen müssen. Bei unbekannten Bands ist die Richtzahl eine Person pro Musiker, oft auch pauschal zehn oder 15 Personen. Je bekannter und „wichtiger“ eine band für den Veranstalter ist, desto eher wird es nach oben eine Ausnahme geben.

Die Namen wollen wohl überlegt sein. Denn zum einen sind Leute, die nicht auf der Gästeliste sind, schnell beleidigt, wenn sie hören, dass es ein anderer darauf geschafft hat. Zum anderen spielen junge Bands meistens auf Eintritt. Jeder Nicht-Zahler geht dann von der Gage ab. Wer ganz auf eine Gästeliste verzichtet, setzt damit aber seinen Freund oder seine Freundin vor die Tür, durch die er bzw. sie nur gegen Geld kommt. Das Thema ist also an sich schon heikel.

Noch problematischer wird es aber, wenn die Gäste der Meinung sind, sie dürften auch in den Backstagebereich. Gerade unerfahrene Bands nehmen ihre Leute auch gerne dorthin mit. In kleinen Clubs oft kein organisatorisches Problem, da es keine Türsteher o. Ä. gibt. Wenn es mal ein oder zwei Leute sind, die zusätzlich im Backstage „rumhängen“, ist das eventuell auch kein Problem. Schwierig wird es, wenn es mehr Leute werden und die sich partytauglich mit den Getränken und ggf. am Essen vergnügen. Hier sollte die Band im eigenen Interesse die Leute höflich hinauskomplimentieren. Denn Veranstalter sehen es meistens gar nicht gerne, wenn andere Personen als unmittelbar zur Band gehörende im Backstage sitzen und auf Kosten des Veranstalters konsumieren. Da junge Bands oft auch nur Support spielen, nehmen sie zusätzlich dem Headliner des Abends Kapazitäten, Ruhe und Catering weg. Das kommt nicht gut an!

Deshalb solltet ihr als Band sowohl bei der Frage der Gästeliste, als auch beim Thema Backstage sehr maßvoll mit euren Möglichkeiten umgehen. Es ist euer Auftritt, aber nicht euer Laden. Natürlich gibt es auch unter Veranstaltern regelrechte Arschlöscher, aber ein gutes Benehmen, ein faires Verhalten und damit letztlich ein gutes Verhältnis zum Veranstalter zahlen sich früher oder später aus.

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